|
Diesel wird durch Destillation von Rohölen als Mitteldestillat gewonnen. Die Hauptbestandteile des Dieselkraftstoffes sind unter anderem Alkane, Cycloalkane und aromatische Kohlenwasserstoffe mit einem Siedebereich zwischen 150°C und 390°C. Dieser Bereich schwankt aufgrund dessen so stark, dass hier viele teils voneinander unabhängige, teils abhängige, Faktoren einwirken können, wie beispielsweise der Atmosphärendruck. Um die Cetanzahl zu heben und so die Zündwilligkeit des Dieselkraftstoffes zu verbessern, werden von den Mineralölkonzernen verschiedene Additive hinzu gegegeben. Das Maß für Zündwilligkeit ist die Cetanzahl - für Deutschland gilt eine Mindestcetanzahl von 51.
Mit der neuen Qualitätsnorm DIN 51628 wurden die Anforderungen und Prüfverfahren für den neuen Dieselkraftstoff B7 festgelegt. Diese sieht – im Gegensatz zur DIN EN 590 – eine Erhöhung des max. zulässigen Anteils von FAME (Fettsäuremethylester/Biodiesel) von 5 Vol. % (B5) auf 7 Vol.% (B7) vor.
Mit Inkrafttreten der Zehnten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung über die Beschaffenheit und die Auszeichnung der Qualitäten von Kraftstoffen (10. BImSchV) zum 31. Januar 2009 wurde der Verkauf der neuen Dieselsorte B7 an deutschen Tankstellen zugelassen. Die Zapfsäulen sind entsprechend gekennzeichnet.
Tieftemperaturverhalten: Cold-Filter-Plugging-Point (CFPP / Maß für Filtereigenschaften des Kraftstoffes.)
15.04. - 30.09.: Klasse B (Sommerware) CFPP max. -2°C 16.11. - 28.02.: Klasse F (Winterware) CFPP max. -22°C 01.10. - 15.11.: Klasse D (Übergangsware) CFPP max. -13°C 01.03. - 14.04.: Klasse D (Übergangsware) CFPP max. -13°C
Die oben genannten Daten und Zeiträume sind unverbindlich. Eventuelle Verschiebungen bedingt durch Zwischenlagerung/Auslieferung.
Dieselkraftstoff hat einen sehr breiten Fraktionierbereich, weshalb die vergleichsweise vielen schweren Anteile zum Rußen des Motors führen können. Diesel und extraleichtes Heizöl (EL) haben einen ähnliche Siedeverlauf, weshalb sie in technisch wenig anspruchsvollen Geräten austauschbar sind. Bis 1994 waren beide Produkte identisch, wobei Heizöl der Besteuerung rot eingefärbt wurde. Seit 1995 sind die Qualitätsunterschiede zwischen Diesel und Heizöl immer größer geworden, allerdings wird Heizöl immer noch eingefärbt und mit einem chemischen Indikator versehen. Heizöl enthält bis zu 1000 mg/kg Schwefel, während Diesel in Deutschland flächendeckend mit 10mg/kg Schwefelgehalt zur Verfügung steht. Die heutigen Motoren und nachgeschaltene Abgasreinigungssysteme würden durch den hohen Schwefelgehalt nachhaltig beschädigt werden. Ausserdem werden Diesel Additive (Zündbeschleuniger) zugesetzt. Diese erhöhen die so genannte Cetanzahl (Maßstab für Zündwilligkeit) und sorgen so für einen geringen Zündverzug (Zeitspanne zwischen Einspritzbeginn und Selbstzündung des Kraftstoffes).
|